Kantonsrat Schwyz: Nachhilfestunden mit Witz und Wirkung

Letzte Woche war ich zu Besuch im Kantonsrat Schwyz. Eingeladen hat mich Staatsschreiber Mathias Brun, den ich noch aus gemeinsamen HSG-Zeiten kenne. Begrüsst wurde ich von Kantonsratspräsident Dominik Zehnder, an dessen Wahlfeier ich letztes Jahr bereits war.

Dominik eröffnete meinen Besuch mit einer Pointe, die es sogar in die Lokalpresse, dem Höfner Volksblatt, schaffte: Der Zürcher Kantonsratspräsident komme nach Schwyz, um Nachhilfestunden zu nehmen. Das war humorvoll – und leider nicht völlig aus der Luft gegriffen.

Denn der Besuch war tatsächlich lehrreich.

Da wäre zunächst die Diskussionskultur. Die Voten waren pointiert, teilweise angriffig, aber stets respektvoll. Und vor allem: kurz und bündig. In dieser Disziplin kann sich der Zürcher Kantonsrat durchaus etwas abschauen.

Interessant war auch die Rolle von Staatsschreiber Mathias Brun, der zugleich die Parlamentsdienste leitet. Bei Gesetzesvorlagen rief er jeweils die zu behandelnden Paragraphen auf. So habe ich das anderswo noch nie erlebt. Es wirkt klar, präzis und effizient.

Ebenso auffällig: Die Ratsmitglieder bleiben während der Sitzung an ihren Plätzen. Kein ständiges Kommen und Gehen, kein Dauerverkehr. Bei einer 90-minütigen Sitzung scheint das problemlos zumutbar und trägt offensichtlich zur Konzentration im Saal bei.

Schliesslich verdient auch die Sitzungsleitung Erwähnung. Dominik führte humorvoll, schlagfertig und effizient durch die Geschäfte. Gute Atmosphäre, klare Führung, speditiver Ablauf.

Gefreut hat mich auch das Wiedersehen mit meinen früheren Swiss Re-Arbeitskollegen Norbert Knechtle und Doris Pöpplein, die heute für die Mitte beziehungsweise die GLP im Kantonsrat sitzen.

Mein Fazit: Pointierte und kurze Voten, weniger Laufwege und eine gute Portion Humor. Oder anders gesagt: Die Nachhilfestunden waren zumindest in einzelnen Fächern durchaus erhellend. 😄💐🚀