“Tag der Parlamente” – ein neuer Treffpunkt für unsere Demokratie

Für zwei Tage war Zürich das Zentrum des schweizerischen Parlamentslebens. Rund 250 Menschen aus allen 26 Kantonen, vielen kommunalen Parlamenten, den Landeskirchen sowie aus Wissenschaft, Medien und Kultur feierten am 7. und 8. November 2025 den ersten “Tag der Parlamente”.

Das Leitthema – “Wie stark ist unsere Demokratie? Die Rolle der Parlamente in einer unsicheren Welt” – stiess eine Debatte darüber an, was unser System im Kern ausmacht und wie es angesichts der weltpolitischen Turbulenzen auch in Zukunft bestehen kann.
So erinnerte etwa Prof. Odile Ammann daran, dass “der Dialog der Nerv der Demokratie» ist.

Prof. Christoph Frei betonte die Stärke unseres seit 1848 stabilen Systems und kritisierte zugleich die “Abstinenz von Aussenpolitik”.

Die Direktorin des Nationalmuseums, Denise Tonella, unterstrich, dass das «kulturelle Gedächtnis die Basis demokratischer Resilienz» sei.

Die Rolle der Medien diskutierten wir mit Arthur Honegger und Philippe Revaz.

Botschafterin Pascale Baeriswyl weitete den Blick auf auch für die Schweiz bestimmende geopolitische Entwicklungen.

Und in mehreren Panels wurde deutlich, dass Parlamente Orte brauchen, an denen sie jenseits des Tagesgeschäfts über ihre eigene Rolle und ihre persönliche Verantwortung nachdenken können.

Genau einen solchen Ort will der “Tag der Parlamente” schaffen: Eine Plattform der Begegnung, des Wissensaustausches und der offenen Diskussionen über regionale, sprachliche und parteipolitische Grenzen hinweg.

Mehr als 19’000 Menschen engagieren sich in der Schweiz in Parlamenten – auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene. Die meisten tun dies im Milizprinzip, also parallel zu Beruf, Familie und gesellschaftlichem Leben. Dieses Engagement ist weder spektakulär noch selbstverständlich; aber ohne dieses Fundament wäre die Schweizer Demokratie nicht denkbar.
Als Präsident der Interkantonalen Legislativkonferenz (ILK) und des Zürcher Kantonsrats war der Tag der Parlamente für mich ein Höhepunkt der nationalen Zusammenarbeit. Besonders erfreulich war, dass die ILK und die Schweizerische Gesellschaft für Parlamentsfragen (SGP) ihre Kräfte gebündelt und auf diese Weise ein gemeinsames Format geschaffen haben, das einzelnen Organisationen so kaum möglich wäre.
Das Gespräch und der Austausch wurden durchgehend gepflegt: In den Pausen, beim Apéro und natürlich auch am Dinner, an dem uns die Nationalratspräsidentin Maja Riniker und der Zürcher Regierungspräsident Martin Neukom ihre Grussworte überbrachten.


Ein grosser Dank zum Schluss an alle, die diesen Anlass ermöglicht und mitgestaltet haben. Ich freue mich bereits auf den nächsten “Tag der Parlamente” im November 2027 in Bern.




Alle Photos: Niklas Thalmann
